
Autor: Matthias Saisch (www.footballtoday.de)
Stadion am Schönbusch
19. April 15:00 Uhr
Zuschauer: 1600
Bei strahlendem Sonnenschein über Aschaffenburg sahen rund 1600 Zuschauer im Stadion am Schönbusch ein mittelmäßiges Footballspiel zwischen den Aschaffenburg Stallions und der Frankfurt Universe.
Das Spiel war über seine gesammte Dauer geprägt von vielen Strafen auf beiden Seiten ohne dabei unfair zu sein. Insgesamt “sammelten” beide Teams zusammen 25 Strafen für 260 Yard (Universe 12 = 115yd, Stallions 13 = 145yd) und so wundert es nicht, dass die Coaches auf beiden Seiten an diesem Punkt noch viel zu tun sehen.
Beide Teams begannen nervös. Frankfurt erhielt im ersten Quarter zuerst Ballbesitz, musste diesen jedoch 4 Spielzüge später nach einem ausgespielten vierten Versuch durch Turnover on Downs wieder abgeben. Auch Aschaffenburg konnte mit dem ersten Drive nichts ausrichten und gab den Ball nach 3 erfolglosen Spielzügen per Punt wieder ab.
Universe konnte von der eigenen 13 Yard Line startend nun das erste First Down erzielen. Danach war der Zauber aber auch schon wieder vorbei und die Frankfurter gaben das Ei nach einigem Hin und Her durch Holdings auf beiden Seiten und einem QB-Sack von Mike Durchard (#12) per Punt wieder ab.
Auch die Stallions Offense kam nun ein bisschen besser ins Spiel und konnte ihrerseits erste First Downs erzielen. Bereits kurz vor Ende des ersten Quarters konnten sie den Drive durch ein 35Yard Field Goal von Marc Weber (#48) beenden und damit die Ersten Punkte auf die Anzeigetafel bringen. (3:0)
Die Offense der Universe wirkte nach dem Rückstand kurzfristig wie gedopt und marschierte unter anderem durch 2 schöne Pässe von QB Kai Schlegel (#8) auf WR Stefan Buch (#89) fast über das gesamte Feld. Am Ende des Drives stand jedoch nur ein geblockter 38 Yard Field Goal Versuch zu Buche.
Den Rest des zweiten Quarters plätschelte das Spiel dahin wie zähe Lavamasse. Die Stallions gaben das Lederei zwei mal fast freiwillig ohne First Down wieder ab. Universe ließ in der Offense inzwischen mit QB Johannes Stolz (#4) spielend zum Teil gute Ansätze aufblitzen, gab das Spielgerät jedoch zwei Mal durch Turnover wieder an die Stallions ab. Zuerst wurde nach einem QB Sack durch Stallions LB Eugen Gerlein (#90) erneut ein vierter Versuch erfolglos ausgespielt, später warf Johannes Stolz eine Interception auf die Nummer 4 der Stallions.
Der gerechte Halbzeitstand von 3:0 entsprach bis dato auch etwa dem Spielniveau.
In der Halbzeitansprache scheint Universe Head Coach Markus Grahn dann die richtigen Worte für sein Team gefunden zu haben, denn das Team aus Frankfurt wirkte nach der Halbzeit wie ausgewechselt. Nach einem Fumble Turnover im ersten Drive der Stallions ließ die Frankfurter Offense ihre Gegner im ersten Drive ein ums andere Mal stehen und erzielten durch einen sehenswerten 6 Yard Pass von Kai Schlegel auf WR Tim Pope (#82) ihre ersten Punkte (3:6). Der anschließende Kick durch Peter Müller (#85) erhöhte den Spielstand auf 3:7.
Nun drehte Frankfurt richtig auf. Nach einem erneuten “three and out” der Stallions warf Johannes Stolz, der inzwischen wieder für den leicht verletzten Kai Schlegel die Quarterback Position übernahm einen 47 Yard Touchdown-Pass auf WR Oliver Stier (#3) und erhöhte den Spielstand auf 3:14 (PAT Peter Müller).
Am Ende des dritten Quarters konnten sich die Stallions glücklich schätzen, dass insgesamt 50 Yard Strafen gegen Universe allein in diesem Quarter schlimmeres verhinderten.
Im letzten Quarter lief dann auf beiden Seiten nichts mehr. Ein weiterer Turnover on Downs auf Frankfurter Seite, sowie eine Interception von Stallions QB Jimmy Sheperd (#11) auf DB Freddie Jung (#1) und ein Fumble der Stallions (recoverd von Universe DB Robert Frigan (#24)) wechselten sich mit Punts und jeder Menge Strafen auf beiden Seiten.
Am Ende stand ein Leistungsgerechter 14:3 Universe-Sieg zu Buche. Headcoach Markus Grahn zeigte sich nach dem Spiel überwiegend zufrieden. “Wenn man gewonnen hat, hat man natürlich erst einmal einen guten Eindruck. Wir waren besser als ich erwartet habe, aber es gibt noch einige Baustellen, an denen wir arbeiten müssen.” sagte Grahn unmittelbar nach dem Spiel. Eine der Baustellen dürften sicher unnötige Strafen sein, die bis zum Saisonstart in 2 Wochen dringend minimiert werden sollten.
Auf Seiten der Stallions haderte man nach dem Spiel mit den eigenen verspielten Gelegenheiten. “Das Team ist heute mit einer Freundschaftsspielmentalität in das Spiel gegangen, obwohl wir das nicht so geplant hatten. Die Offense hat besonders die erste Halbzeit verschlafen. Universe hat zum Teil mit 8 Mann in der Box gestanden, aber wir haben es nicht geschafft über die Außen zu gehen, da fehlt uns noch ein richtig schneller Mann. Auch die vielen Strafen haben uns immer wieder zurückgeworfen.” sagte Position Coach Baldomero Quiroga.
Fazit: Wenn man die vielen Strafen außen vor lässt, konnte man bei beiden Teams sehr gute Ansätze sehen. Wenn die individuellen Fehler bis zum Saisonstart reduziert werden können, werden beide Teams in Ihren Ligen eine gute Figur abgeben. Besonders Universe dürfte in der Oberliga Mitte das “Team to beat” werden. Der Klassenunterschied zu den Stallions war heute zu keiner Zeit des Spiels zu erkennen. Trotzdem merkte man bei beiden Teams, dass die Saison noch jung ist und noch einiges zu tun ist.
Weitere Bilder vom Spiel gibt´s in unserem Flickr Stream:
http://www.flickr.com/photos/36768668@N06/sets/
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