
Autor: Matthias Saisch (www.footballtoday.de)
Nichts zu holen gab es am Sonntagnachmittag für die Aschaffenburg Stallions im Heimspiel gegen die Allgäu Comets. Vor rund 700 Zuschauern waren die Comets von Anfang an haushoch überlegen und siegten am Ende verdient mit 28:0 beim Vorjahresmeister.
Schon im ersten Drive drehten die Gäste aus Kempten voll auf und konnten nach nur wenigen Spielzügen durch einen 32 Yard TD lauf von RB Christian Sacher #21 mit 7:0 in Führung gehen (PAT Dennis Bialon #70).
Bei Aschaffenburg klappte von Beginn an nichts. Was im ersten Drive in der Defense begann, wurde in der Offense fortgesetzt. Bereits nach 3 erfolglosen Spielzügen wurde das Ei per Punt wieder an die Offense der Comets übergeben.
Die Comets machten dort weiter, wo sie im ersten Drive aufgehört hatten. Mit Läufen über Ihren RB Christian Sacher. Nachdem der Drive zwischendurch wegen einer Roughing the Kicker Strafe gegen die Stallions am Leben gehalten wurde, war es dann zur Abwechslung mal ein wunderschöner 54 Yard Pass von QB Stefan Hafels #18 auf WR Youba Ndiaye #89 der die nächsten Punkte auf die Anzeigetafel brachte. 0:14 nach erfolgreichem Extrapunkt.
Für die Stallions bahnte sich nun ein Debakel an. Thien Chan Ngo #16 konnte im ersten Offense Spielzug nach dem Touchdown zwar per Lauf das erste First Down für Aschaffenburg erzielen, direkt im Anschluss ließ Alexander Weber #5 den Ball aber nach einem Shuffle Pass fallen. Recovert von den Allgäu Comets konnten diese Ihren nächsten Drive auf der Aschaffenburger 35 Yard Line in ausgezeichneter Feldposition beginnen.
Und es dauerte nicht lange, bis die Comets den Fehler der Stallions schwer bestraften. Gleich der erste Pass nach dem Fumble fand erneut in WR Youba Ndiaye einen Abnehmer in der gegnerischen Endzone zum 0:21 (PAT Dennis Bialon).
Wir sind immer noch im ersten Quarter und Aschaffenburg fand in der Offense weiter kein Mittel gegen eine gut aufgestellte Comets Defense. Problematisch für Aschaffenburg war, dass auch die Defense kein Mittel gegen die beiden Running Backs Christian Sacher #21 und Kevin Conrath #33 fand. Letzterer war nach einem erneuten „three and out“ der Stallions Offense nun für seinen Mannschaftskollegen mit der Nummer 21 im Spiel und führte dessen Arbeit in gleicher beeindruckender Weise fort. Ein ums andere Mal konnten die beiden wie heiße Messer durch Butter fast nach Belieben durch die Defense der Stallions laufen.
Die logische Konsequenz war (inzwischen bereits im zweiten Quarter) der 4. Touchdown im 4. Drive der Comets. Nach einem Draw Fake auf Christian Sacher lief QB Stefan Hafels sensationelle 26 Yard in die Endzone und erhöhte den Spielstand auf inzwischen 0:28.
Einen ganz kleinen Grund zur Freude gab es dann kurz vor der Pause doch noch für die Stallions. Nachdem der nächste eigene Drive mit einer Interception durch Kemptens Safety Thomas Neudert #8 an der eigenen 35 Yard Line endete, konnte die Defense erstmals den Lauf der Comets stoppen und dadurch ohne weitere Gegenpunkte in die Pause gehen. Endlich Pause dachten sicher nicht nur viele Fans der Stallions, die Ihren Augen nicht trauen wollten.
In der zweiten Halbzeit konnte Aschaffenburg zu Beginn dann endlich auch offensiv ganz kurz positive Lichtblicke zeigen. Nach mehreren schonen Läufen über Thien Chan Ngo und Sebastin Okon #17 konnten sich die Stallions bis auf die 37 Yard Line der Comets vorkämpfen. Dann war es aber auch schon wieder vorbei und die Stallions verpassten knapp die durchaus verdienten Ehrenpunkte, als ein 44 Yard Fieldgoal Versuch von Marc Weber #48 die Querlatte traf und ins Feld zurück sprang.
Den Rest der zweiten Halbzeit kann man getrost in wenigen Sätzen abhandeln. Lauf #33, Lauf #21, Lauf #33, Lauf #21, usw. Das Offense Spiel der Comets war nicht sehr einfallsreich, musste es aber auch nicht sein, denn Aschaffenburg fand gegen die beiden schnellen RB weiter kein Mittel. Beide sind “Eigengewächse” der Comets und das zeigt schön, dass es auch auf der RB Position sehr gut ohne „Importe“ geht.
Punkte gab es in der zweiten Hälfte keine mehr, was aber hauptsächlich daran lag, dass Kempten nur noch darauf aus war die Uhr zu kontrollieren. Kurz gesagt: Aschaffenburg konnte nicht mehr, Allgäu wollte und musste nicht mehr.
Am Ende war es ein klarer und auch in dieser Höhe mehr als verdienter 28:0 Sieg der Comets gegen ein erschreckend schwaches Team aus Aschaffenburg.
Stallions Head Coach Jimmy Sheperd konnte nach dem Spiel nur schwer Worte finden. „Ich weiß auch nicht, was los war. Das Timing hat in der Offense überhaupt nicht gestimmt. Wir haben den Ball oft genug gehabt konnten aber nichts mit Ihm machen. Die Defense war dann einfach viel zu lange auf dem Feld.“
Umso besser war die Stimmung auf der anderen Spielfeldseite und nicht nur Comets Pressesprecher Florian John war nach dem Spiel bestens gelaunt: „Geil, Hammer. Das hätte keiner erwartet. Die O-Line hat sich um 180 Grad gedreht, im Training sah das alles noch relativ schlecht aus und wir waren echt erstaunt, was unsere O-Line stemmen und reißen kann.“ Auch Headcoach Brian Caler war mit seinem Team hoch zufrieden. „Ich habe meine Mannschaft ganz normal auf das Spiel eingestellt. Ich habe Ihnen gesagt, dass sie an sich glauben sollen und bis zum Schluss kämpfen sollen. Ich hab Ihnen gesagt, dass die Stallions ein starkes und physisch gutes Team sind. Ich hätte nicht gedacht, dass wir Sie auf diese Weise schlagen können.“
Bei den Stallions wird in der kommenden Woche viel Gesprächsbedarf bestehen und es wird im Training viel Arbeit zu erledigen sein. Am kommenden Sonntag müssen die Stallions in Königsbrunn bei den Ants antreten. Das Spiel dürfte sicher nicht einfacher werden als das heutige Spiel gegen Kempten.
Die Comets müssen bereits am Samstag zu Ihrem zweiten Auswärtsspiel in Starnberg antreten. Mit dem klaren Sieg im Rücken wird es auch in Kempten sicher nicht einfach für die Coaches, das Team richtig auf das Spiel einzustellen. Übermut ist nach dem Spiel gegen Aschaffenburg sicher nicht angebracht.
Bilder vom Spiel: http://www.flickr.com/photos/36768668@N06/3483819696/in/set-72157617347329346/
Bericht: Matthias Saisch
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